Du stehst vor der Futterwand und alle Dosen sehen gleich gut aus. „Premium“, „mit frischem Fleisch“, „ausgewogen“. Diese Worte stehen auf der teuren Dose genauso wie auf der für 89 Cent.
Das ist kein Zufall. Werbeaussagen auf der Vorderseite sind kaum reguliert, die Pflichtangaben auf der Rückseite dagegen schon. Deshalb dreh die Dose um. Fünf Dinge entscheiden, und die hast du in zwei Minuten geprüft.
- Fleisch steht vorne, und zwar mit Zahl
Die Zusammensetzung listet alle Bestandteile nach Mengenanteil, das Größte zuerst. Dein erster Blick geht also auf die erste Zeile.
Steht dort Fleisch, gut. Steht dort eine Prozentzahl dahinter, besser. Hunde und Katzen sind auf tierisches Eiweiß ausgelegt und verwerten es deutlich besser als pflanzliches, weil es genau die Aminosäuren mitbringt, die der Körper braucht. Bei pflanzlichem Protein ist die Ausbeute geringer, und einzelne Aminosäuren fehlen ganz.
Ein hoher, klar benannter Fleischanteil ist damit das stärkste Qualitätssignal, das eine Dose überhaupt senden kann. Zur Einordnung: Bei ANIfit liegt er je nach Sorte zwischen 90 und 99 Prozent, aufgeschlüsselt bis auf die einzelne Fleischsorte.
- Du siehst, was drin ist
Es gibt zwei Arten zu deklarieren, und der Unterschied verrät mehr als jedes Werbewort.
Die geschlossene Deklaration fasst Zutaten in gesetzliche Gruppen zusammen. „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ oder „pflanzliche Nebenerzeugnisse“. Das ist erlaubt und sagt dir wenig darüber, was tatsächlich im Napf landet.
Die offene Deklaration nennt jeden Bestandteil einzeln mit Anteil. Du siehst, welches Fleisch enthalten ist und wie viel.
Die Prüffrage lautet: Sehe ich es, oder muss ich raten? Wie du solche Angaben im Detail entschlüsselst, samt der Stellen, an denen Hersteller gern tricksen, steht im Ratgeber Hundefutter-Etikett lesen.
- Kohlenhydrate spielen eine Nebenrolle
Der Bedarf an Kohlenhydraten ist bei Hunden und Katzen gering. Ein hoher Anteil macht satt, ohne gut zu versorgen, und belastet die Verdauung.
Getreide und Stärke sind damit nicht verboten. Ein paar Prozent Reis oder Kartoffel in einer sonst fleischreichen Rezeptur sind unproblematisch. Zur Hauptzutat sollten sie nicht werden. Was hinter dem Werbewort „getreidefrei“ wirklich steckt, liest du unter Getreidefreies Hundefutter.
- Keine Zusätze, die nur dich überzeugen sollen
Zucker, Karamell und Lockstoffe bringen deinem Tier keinen Nährwert. Sie machen ein mittelmäßiges Futter attraktiver, und zwar für die Nase deines Hundes und für dein Auge.
Je kürzer und klarer die Liste, desto weniger muss übertüncht werden. Eine Ausnahme sind vorgeschriebene Zusätze wie Vitamin D, das mengengenau angegeben werden muss, weil der Körper es speichert. So ein Hinweis spricht für ein durchdachtes Produkt.
- Feuchtigkeit gehört dazu
Gerade Katzen trinken von Natur aus wenig, ihr Durstgefühl ist schwach ausgeprägt. Feuchtigkeitsreiches Nassfutter unterstützt Verdauung und Nieren und kommt dem näher, was ein Beutetier liefern würde.
Bei Hunden ist das entspannter, aber auch hier gilt: Wer überwiegend trocken füttert, sollte die Wasseraufnahme im Blick behalten. Wie sich Nassfutter gegen die Rohfütterung schlägt, steht unter Barf oder Nassfutter.
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Der Zwei-Minuten-Test für unterwegs
Damit du das nicht auswendig lernen musst, hier die Kurzfassung. Nimm eine Dose in die Hand und geh diese vier Fragen durch:
- Steht Fleisch an erster Stelle, und steht eine Prozentzahl dabei?
- Sind die Fleischanteile einzeln benannt, oder verschwinden sie hinter „Nebenerzeugnissen“?
- Wo stehen Getreide, Mehle oder Stärke in der Liste, weit vorne oder weit hinten?
- Tauchen Zucker, Karamell oder Lockstoffe auf?
Viermal eine gute Antwort, dann lohnt der genauere Blick auf Preis und Tagesmenge. Wie du zwei Futter danach sauber gegenüberstellst, zeigt der Ratgeber Hundefutter vergleichen.
Die Warnzeichen
Bei diesen drei Punkten stelle ich die Dose zurück ins Regal:
- Fleisch taucht erst in der Mitte der Liste auf. Dann ist der Hauptbestandteil etwas anderes.
- Alles verschwindet hinter Sammelbegriffen. Wer nichts zu verbergen hat, schreibt es hin.
- Zucker in irgendeiner Form. Es gibt keinen ernährungsphysiologischen Grund dafür.
Was der Preis damit zu tun hat
Teuer ist nicht gleich gut, das stimmt. Nur läuft es andersherum ziemlich zuverlässig: Ein Futter mit viel Muskelfleisch kann nicht billig sein, weil Fleisch im Einkauf teuer ist und Getreide nicht.
Deshalb rechne immer pro Tag, nie pro Dose. Ein Futter mit hoher Energiedichte brauchst du in kleineren Mengen, und der Abstand auf dem Preisschild schrumpft. Wie diese Rechnung aussieht, steht unter ANIfit oder Supermarktfutter.
Warum sich der genaue Blick lohnt
Die Folgen einer dauerhaft schlechten Ernährung zeigen sich schleichend, oft erst nach Monaten oder Jahren. Juckreiz und Futterunverträglichkeiten gehören in Tierarztpraxen längst zum Alltag, und das Futter ist dabei selten die einzige, aber häufig eine beteiligte Ursache.
Ein Futter, das von Anfang an stimmt, ist einer der wenigen Hebel, die komplett in deiner Hand liegen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich schlechtes Futter sofort?
Wenn Fleisch nicht weit vorne steht, die Zutaten hinter Sammelbegriffen verschwinden und Zucker oder Lockstoffe auftauchen, kannst du dir den Rest sparen.
Ist teures Futter automatisch besser?
Nein. Der Preis allein sagt wenig. Entscheidend sind Fleischanteil, offene Deklaration und der Verzicht auf Füllstoffe. Was ein hochwertiges Futter im Monat kostet, steht unter Was ANIfit kostet.
Mein Hund mag sein hochwertiges Futter nicht, was nun?
Meistens liegt es an einer zu schnellen Umstellung oder an zu vielen Leckerli nebenher. Weiter helfen die Ratgeber Hund frisst nicht und Futterumstellung.
Fazit
Die Vorderseite verkauft, die Rückseite informiert. Dreh die Dose um, schau auf die erste Zeile der Zusammensetzung, prüfe ob die Fleischanteile beziffert sind, und achte auf Zucker und Sammelbegriffe.
Das dauert zwei Minuten und hat mehr Wirkung als jede Kaufberatung im Netz. Wenn du wissen willst, wie das Futter deines Tieres in diesem Raster abschneidet, schick es mir. Oder fang mit dem Futter-Check unten an, der fragt genau das ab.
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Quellen: Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen und die Verwendung von Futtermitteln (Kennzeichnung und Deklaration); FEDIAF, Nutritional Guidelines for Complete and Complementary Pet Food (fediaf.org); Kleine Etikettenkunde aus der Ernährungsfibel für Hunde und Katzen, Provital GmbH; Produktangaben anifit.de, abgerufen am 20.09.2026.