Kitten füttern: was eine junge Katze im ersten Jahr braucht

Die Transportbox steht im Flur, die Tür ist offen. Nach einer Viertelstunde schiebt sich ein kleiner Kopf heraus, dann der Rest, und keine zehn Minuten später rennt das Kitten quer durch die Wohnung, als hätte es nie woanders gewohnt.

Spätestens am Abend kommt die Frage nach dem Napf. Wie oft, und welches Futter eigentlich?

Im ersten Lebensjahr wächst eine Katze von ein paar hundert Gramm fast auf ihr Endgewicht. Was sie in dieser Zeit frisst, wirkt lange nach, und es prägt auch, was sie später überhaupt als Futter annimmt.

Was ein Kitten anders braucht

Kitten wachsen sehr schnell. Mit sechs Monaten haben sie etwa 75 % ihrer Erwachsenengröße erreicht, ausgewachsen sind die meisten mit rund zwölf Monaten. Pro Kilo Körpergewicht brauchen sie in dieser Zeit deutlich mehr Energie und Nährstoffe als eine erwachsene Katze.

Deshalb muss das Futter ausdrücklich für wachsende Katzen geeignet sein. Das erkennst du auf dem Etikett, entweder an der Bezeichnung als Kittenfutter oder an dem Hinweis „Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen“. Ein Futter, das nur für erwachsene Katzen ausgelegt ist, reicht für ein Kitten nicht.

Wie du ein Etikett einordnest, steht im Ratgeber Hundefutter-Etikett lesen. Die Regeln gelten für Katzenfutter genauso.

Wie oft ein Kitten frisst

Der Magen eines Kittens ist klein, der Bedarf groß. Deshalb bekommt es mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt zwei großer. Mit dem Älterwerden werden die Portionen größer und die Mahlzeiten weniger.

Katzen fressen von Natur aus viele kleine Portionen, manche Katzen bis zu 20 am Tag. Ein Kitten, das nach ein paar Happen weggeht und eine Stunde später wiederkommt, frisst also ganz normal.

Mit dem Absetzen von der Mutter beginnen Kitten etwa ab der dritten bis vierten Lebenswoche, mit rund acht Wochen ist es meistens abgeschlossen. Ganz junge Kitten können noch keine Stücke kauen. Für sie wird das Futter mit einer Gabel zerdrückt und mit etwas warmem Wasser zu einem Brei verrührt.

Welche Menge

Eine feste Grammzahl für jedes Kitten gibt es nicht, weil Wachstum und Temperament sehr unterschiedlich sind. Orientiere dich an der Empfehlung auf der Dose und kontrolliere den Verlauf mit der Waage.

Wiege dein Kitten einmal in der Woche, am besten zur gleichen Tageszeit. Es sollte gleichmäßig zunehmen. Stagniert das Gewicht oder geht es zurück, gehört das in die Praxis, bei Kitten eher früher als später.

Die Rippen sollten sich leicht ertasten lassen, ohne dass sie sichtbar hervortreten. Ein aufgeblähter Bauch bei sonst schmaler Figur kann auf Würmer hinweisen.

Die Prägung auf Futter

Katzen legen sich früh fest. Was eine Katze in den ersten Lebensmonaten kennenlernt, nimmt sie später leichter an. Ein Kitten, das verschiedene Sorten und Konsistenzen kennt, ist als erwachsene Katze meist weniger wählerisch.

Gib deinem Kitten deshalb von Anfang an mehrere Sorten mit unterschiedlichen Fleischarten, im Wechsel und jeweils in Ruhe eingeführt. Das zahlt sich spätestens dann aus, wenn einmal eine Diät nötig wird oder eine Lieblingssorte nicht lieferbar ist.

Wenn eine erwachsene Katze sich schwertut, steht im Ratgeber Katze frisst nicht, woran es liegen kann.

Warum Nassfutter für Kitten viel bringt

Katzen stammen von Wüstentieren ab und haben ein schwaches Durstgefühl. In der Natur holen sie sich den größten Teil ihres Wassers über die Beute. Ein Nassfutter mit rund 80 % Feuchtigkeit bringt diese Flüssigkeit gleich mit.

Das ist bei Kitten doppelt wichtig, weil sie bei Durchfall schnell austrocknen. Frisches Wasser steht trotzdem immer bereit, am besten an mehreren Stellen und nicht direkt neben dem Napf.

Milch und andere Irrtümer

Kuhmilch. Kitten bilden das Enzym, das Milchzucker aufspaltet, solange sie gesäugt werden. Danach geht die Bildung zurück. Kuhmilch führt dann bei vielen Katzen zu Durchfall und Blähungen. Wasser ist das richtige Getränk.

Hundefutter. Katzen brauchen deutlich mehr Taurin als Hunde und können es kaum selbst bilden. Fehlt es, drohen Schäden an Herz und Augen. Hundefutter ist deshalb für Katzen ungeeignet, auch als Übergangslösung.

Futter vom Tisch. Gewürzte Reste und Wurst haben im Napf eines Kittens nichts verloren. Viele menschliche Lebensmittel sind für Katzen zu salzig oder zu fett, einige sogar giftig.

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Nach der Kastration

Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf, gleichzeitig steigt bei vielen Katzen der Appetit.

In einer Studie an jungen weiblichen Katzen fraßen die kastrierten Tiere zehn Wochen nach dem Eingriff bis zu 17 % mehr als ihre unkastrierten Geschwister. Mit einem Jahr waren sie im Schnitt 24 % schwerer. Die Autoren empfehlen, kastrierte Kitten nach Figur zu füttern und das Futter nicht unbegrenzt stehen zu lassen.

Als Richtwert nennen Tierärzte eine Reduktion der Energiemenge um etwa 25 bis 30 % nach der Kastration. Wie viel es bei deiner Katze genau ist, zeigt die Waage. Mehr zu den Folgen von zu viel Gewicht steht im Ratgeber Übergewicht bei Hund und Katze.

Wann dein Kitten in die Praxis gehört

  • Durchfall, der länger als einen Tag anhält
  • Erbrechen, besonders wenn es sich wiederholt
  • Es frisst eine ganze Mahlzeit nicht
  • Es nimmt nicht zu oder verliert Gewicht
  • Es wirkt schlapp oder trinkt auffällig viel

Kitten haben wenig Reserven. Was bei einer erwachsenen Katze einen Tag Abwarten verträgt, gehört beim Kitten schneller in die Praxis.

Was ich für Kitten empfehle

Die ANIfit Dosengerichte für Katzen, etwa Délice de Coeur und Eismeer Terrine, sind als Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen ausgewiesen, ausdrücklich auch für Kitten. Nach dem ersten Jahr ändert sich deshalb nur die Menge, das Futter kann bleiben. Die Gerichte haben einen Fleischanteil von bis zu 99 %.

Beim Taurin legt der Hersteller die Werte offen. In Délice de Coeur sind 600 mg pro Kilo zugesetzt, dazu kommen laut einer unabhängigen Laboranalyse rund 700 mg aus dem Fleisch selbst. Zusammen sind das etwa 1.300 mg pro Kilo Futter.

Für den Start empfehle ich das ANIfit Kitten Futter-Paket. Es ist für Kitten ab der vierten Lebenswoche gedacht und enthält sechs Dosen Eismeer Terrine und sechs Dosen Délice de Coeur, dazu acht Frischebeutel (Pouches) in den Sorten Lieblingslamm, Himmlischer Hase, Truthahn Tango und Lachsliebe. Außerdem liegen ANIfit Power-Darm, zwei Umstellungshilfen mit Rotbarsch und Hühnerherzen, ein Spielkissen und die Ernährungsfibel bei. Das Paket gibt es mit 200-g-, 400-g- und 810-g-Dosen.

So lernt dein Kitten gleich in den ersten Wochen sechs verschiedene Gerichte kennen, und du siehst, welche es am liebsten frisst. Einen Überblick über alle Katzensorten und die passende Dosengröße findest du im Ratgeber ANIfit Katzenfutter.

Welche ANIfit-Sorten für ein Kitten passen und was im Kitten Futter-Paket liegt, steht im Ratgeber ANIfit Junior.

Häufige Fragen

Wie oft am Tag sollte ein Kitten fressen?

Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, weil der Magen klein und der Bedarf hoch ist. Mit zunehmendem Alter werden die Portionen größer und die Mahlzeiten weniger.

Bis wann braucht eine Katze Kittenfutter?

Bis sie ausgewachsen ist, bei den meisten Katzen mit rund zwölf Monaten. Ein Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen deckt das Wachstum ebenfalls ab, dann entfällt der Wechsel und nur die Menge wird angepasst.

Dürfen Kitten Milch trinken?

Kuhmilch ist ungeeignet, weil Kitten nach dem Absetzen immer weniger von dem Enzym bilden, das Milchzucker spaltet. Die Folge sind oft Durchfall und Blähungen. Wasser ist das richtige Getränk.

Was ändert sich beim Füttern nach der Kastration?

Der Energiebedarf sinkt, der Appetit steigt oft. Tierärzte empfehlen, die Energiemenge um etwa 25 bis 30 % zu senken und das Gewicht regelmäßig zu kontrollieren.

Fazit

Ein Kitten braucht ein Futter, das ausdrücklich für wachsende Katzen geeignet ist, verteilt auf mehrere kleine Mahlzeiten. Mit der Waage siehst du, ob die Menge passt.

Nutze die ersten Monate, um verschiedene Sorten einzuführen. Und nach der Kastration schaust du einmal genau hin, weil sich dann Bedarf und Appetit auseinanderentwickeln.

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Quellen: International Cat Care, Feeding your cat or kitten (Absetzen ab drei bis vier Wochen, abgeschlossen mit rund acht Wochen, höherer Nährstoffbedarf im Wachstum, verschiedene Konsistenzen); VCA Animal Hospitals, Nutrition: General Feeding Guidelines for Cats (mehrere kleine Mahlzeiten, 75 % der Erwachsenengröße mit sechs Monaten, Wachstum bis etwa zwölf Monate, geringerer Energiebedarf nach der Kastration); Alexander, L. G. et al., Effects of neutering on food intake, body weight and body composition in growing female kittens, British Journal of Nutrition 2011 (17 % höhere Futteraufnahme, 24 % höheres Gewicht mit einem Jahr); Fontaine, E., Spayed, Neutered, and Thriving: Kitten Nutrition Essentials, Ontario SPCA (Reduktion um 25 bis 30 %, bis zu 20 kleine Mahlzeiten am Tag); Leonardo Pfotentipps, Dürfen Katzen Milch trinken? (Rückgang der Laktase nach dem Absetzen); Produktseiten Délice de Coeur (Alleinfuttermittel für alle Lebensphasen, Taurin, Feuchtigkeit 82 %) und Kitten Futter-Paket (Artikel 459388) auf shop.futterexpertin.de, abgerufen am 27.09.2026 und 19.10.2026.