Draußen ist es um halb fünf dunkel und nass. Die große Runde wird zur kleinen, die kleine zur Pinkelrunde ums Haus. Dein Hund liegt den halben Tag vor der Heizung und schaut dich trotzdem an, als hätte er seit Tagen nichts bekommen.
Also gibt es eine Handvoll mehr in den Napf, er friert ja schließlich. Im März passt das Geschirr nicht mehr.
Ob ein Hund im Winter mehr Futter braucht, hängt an einer einzigen Frage: Wie viel Zeit verbringt er wirklich in der Kälte?

Wann der Bedarf steigt
Hunde, die viele Stunden draußen sind, verbrauchen im Winter deutlich mehr Energie. Ihr Körper muss Wärme erzeugen, um die Temperatur zu halten. Für Hunde, die überwiegend im Freien leben, wird der Mehrbedarf je nach Kälte und Aktivität mit 10 bis 90 % angegeben.
Das betrifft vor allem:
- Hunde, die im Zwinger oder auf dem Hof leben
- Jagd- und Arbeitshunde, die bei Kälte lange im Einsatz sind
- Hunde, die im Winter mit dir laufen oder am Fahrrad gehen
- Hunde mit sehr wenig Unterwolle, die lange draußen sind
Bei diesen Hunden ist eine größere Ration im Winter richtig. Die Waage und die Rippen zeigen dir, wie viel.
Wann der Bedarf sinkt
Die meisten Familienhunde leben im Winter genau so wie im Sommer im warmen Haus, nur mit weniger Bewegung. Die Heizung übernimmt die Wärmeproduktion, und die kürzeren Runden sparen Energie.
Diese Hunde brauchen im Winter eher weniger. Die Ernährungsmedizinerin Cailin Heinze von der Tufts University sagt dazu sinngemäß: Wer seinem Hund für den Winter ein paar Pfund mehr anfüttert, hat danach einen Hund, der dicker aus dem Winter kommt, als er hineingegangen ist. Ohnehin gelten Schätzungen zufolge 40 bis 60 % der Haushunde als übergewichtig.
Ein Rechenbeispiel. Ein kastrierter Hund mit 15 kg braucht bei normaler Bewegung rund 850 kcal am Tag. Werden aus anderthalb Stunden Spaziergang im Winter 45 Minuten, liegt sein Bedarf eher bei 750 kcal. Gefüttert wie im Sommer, landen jeden Tag rund 100 kcal zu viel auf den Rippen.
Mit dem ANIfit Futterrechner stellst du die Menge passend zur Aktivität ein. Für den Winter lohnt es sich, die Aktivität ehrlich eine Stufe niedriger zu wählen.
Woran du siehst, ob die Menge passt
Die Futtermenge auf der Dose ist ein Durchschnitt. Ob sie für deinen Hund im Winter stimmt, siehst du an ihm selbst.
Rippen und Taille. Leg die flache Hand seitlich auf den Brustkorb. Die Rippen sollten sich ohne Druck ertasten lassen, mit einer dünnen Schicht darüber. Von oben gesehen geht die Linie hinter den Rippen leicht nach innen.
Alle zwei Wochen wiegen. Kleine Hunde auf der Personenwaage mit dir zusammen, große beim Tierarzt oder im Zoofachhandel. Zwei Wiegungen im Monat reichen, um einen Trend früh zu sehen.
Nimmt dein Hund über den Winter zu, reduzierst du die Ration um 10 %. Nimmt er ab, gibst du 10 % dazu. Was bei einem Hund zu tun ist, der schon zu viel wiegt, steht im Ratgeber Übergewicht bei Hund und Katze. Bei Hunden, die im Winter eher abbauen, hilft der Ratgeber Hund zu dünn.
Leckerlis im Winter
Wer weniger rausgeht, beschäftigt seinen Hund drinnen. Suchspiele und ein Kauartikel am Abend gehören in vielen Haushalten dazu. Das ist gut für den Kopf und schnell zu viel für die Figur.
Alles, was nebenbei gegeben wird, sollte höchstens 10 % der täglichen Energie ausmachen. Für Suchspiele kannst du einen Teil der normalen Ration nehmen. Das ANIfit Trockenfutter eignet sich dafür gut, weil die Flocken kaum krümeln und zur Tagesmenge zählen.
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Trinken im Winter
Viele Hunde trinken weniger, wenn es kalt ist. Gleichzeitig trocknet die Heizungsluft aus. Hunde, die Nassfutter bekommen, sind hier im Vorteil, weil sie einen großen Teil ihres Wassers mit dem Futter aufnehmen.
Bei Hunden, die überwiegend Trockenfutter fressen, lohnt es sich, im Winter Wasser über die Portion zu geben oder den Wassernapf mit lauwarmem Wasser zu füllen. Kaltes Wasser aus dem Hahn wird von manchen Hunden im Winter schlechter angenommen.
Schnee fressen
Viele Hunde lieben Schnee und fressen ihn in großen Bissen. Größere Mengen kaltes Schneewasser reizen den Magen, Tierärzte sprechen dann von einer Schneegastritis. Typisch sind Erbrechen und Durchfall nach einem Tag im Schnee.
Am Straßenrand kommt dazu, dass der Schnee Streusalz und Schmutz enthält. Lass deinen Hund deshalb nur kleine Mengen sauberen Schnee fressen, und wirf ihm keine Schneebälle zum Fangen. Was das Salz an den Pfoten anrichtet, steht im Ratgeber Pfotenpflege im Winter.
Haut und Fell bei Heizungsluft
Trockene Luft macht vielen Hunden die Haut trocken. Sie kratzen sich mehr, und das Fell wird stumpfer. Bürsten verteilt das Hautfett und nimmt lose Haare heraus.
Für die Haut von innen empfehle ich ANIfit Lachsöl. Es enthält 24 bis 26 % Omega-3-Fettsäuren und wird über das Futter gegeben, die Menge nach Gewicht steht auf der Produktseite. Rechne es in die Tagesration ein, Öl ist energiereich. Mehr dazu im Ratgeber ANIfit Lachsöl.
Wenn dein Hund im Herbst gerade stark haart, hilft der Ratgeber Hund haart stark.
Was ich im Winter empfehle
Bei den meisten Hunden ändert sich im Winter vor allem die Menge. Rechne die Ration mit der tatsächlichen Bewegung neu und wiege deinen Hund zwei Wochen später. Bei Hunden, die viel draußen sind, kommt eher etwas dazu, bei Sofahunden geht eher etwas weg.
Für Hunde, die im Winter schlecht trinken, empfehle ich die ANIfit Hühnersuppe. Sie besteht zu 92 % aus gefriergetrockneten Hühnerherzen und wird mit warmem Wasser angerührt. Eine warme Suppe nach dem Spaziergang wird gern genommen und bringt Flüssigkeit in den Hund.
Häufige Fragen
Braucht ein Hund im Winter mehr Futter?
Nur, wenn er viel Zeit in der Kälte verbringt oder sich im Winter mehr bewegt. Die meisten Familienhunde leben im warmen Haus und bewegen sich weniger, sie brauchen eher weniger Futter als im Sommer.
Warum nimmt mein Hund im Winter zu?
Meistens, weil die Spaziergänge kürzer werden, die Ration gleich bleibt und drinnen mehr Leckerlis gegeben werden. Wiege deinen Hund alle zwei Wochen und passe die Menge in Schritten von 10 % an.
Ist es schlimm, wenn mein Hund Schnee frisst?
Kleine Mengen sauberer Schnee sind meist unproblematisch. Größere Mengen reizen den Magen und können Erbrechen und Durchfall auslösen. Schnee am Straßenrand enthält außerdem Streusalz.
Soll ich meinem Hund im Winter warmes Futter geben?
Zimmerwarm ist ideal. Nassfutter direkt aus dem Kühlschrank wird von vielen Hunden schlechter angenommen, ein Schluck warmes Wasser über der Portion hilft.
Fazit
Ob dein Hund im Winter mehr oder weniger Futter braucht, entscheidet sein Alltag. Der Hofhund und der Laufpartner brauchen mehr. Der Hund, der nach der Pinkelrunde wieder vor der Heizung liegt, braucht weniger.
Rechne die Menge mit der echten Bewegung neu, wiege alle zwei Wochen und zähle die Leckerlis mit. Dann passt im Frühjahr auch das Geschirr noch.
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Quellen: Allgemeiner Deutscher Rottweiler-Klub, Erhöhter Energiebedarf im Winter (Mehrbedarf von 10 bis 90 % bei Hunden im Freien außerhalb der thermoneutralen Zone, geringerer Bedarf bei Hunden, die im Winter mehr drinnen sind); Heinze, C., Tufts Cummings School of Veterinary Medicine, zitiert in: Your Dog, Tufts University (kein Mehrbedarf bei Hunden, die überwiegend drinnen leben, 40 bis 60 % der Hunde übergewichtig); Colorado State University Veterinary Teaching Hospital, Tips for Cold Weather Care of Your Pet (weniger Futter für Hunde, die drinnen weniger aktiv sind, trockene Haut durch niedrige Luftfeuchtigkeit); Berkeley Animal Hospital, Pet Nutrition in the Wintertime (Aktivität entscheidet über die Menge, Leckerlis unter 10 % der Energie, weniger Trinken bei Kälte); Energiebedarf nach NRC 2006 (70 × Körpergewicht hoch 0,75, Faktor 1,6 für kastrierte Hunde), Produktseiten Lachsöl und Hühnersuppe auf shop.futterexpertin.de, Herstellerangaben laut Produktreferenz, Stand 28.09.2026.