Leishmaniose beim Hund: Schutz bei Reisen in den Süden

Wer mit dem Hund in den Süden reist oder einen Hund aus dem Ausland adoptiert, sollte die Leishmaniose kennen. Sie wird von winzigen Sandmücken übertragen und kann unbehandelt schwer verlaufen. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken. Dieser Ratgeber erklärt, wie die Krankheit entsteht, woran du sie erkennst und wie du deinen Hund schützt.

Was Leishmaniose ist und wie sie übertragen wird

Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die durch Einzeller namens Leishmanien ausgelöst wird. Übertragen werden sie von Sandmücken der Gattung Phlebotomus, die beim Blutsaugen den Erreger weitergeben. Diese Mücken kommen vor allem in wärmeren Klimazonen vor, etwa rund ums Mittelmeer. Für Hunde, die zwischen April und November in den Mittelmeerraum mitreisen, besteht ein erhöhtes Risiko.

In Deutschland werden Infektionen bislang nur selten direkt nachgewiesen. Meist stecken sich Hunde im Ausland an und kommen nach dem Urlaub oder über Tiertransporte zu uns. Nach der Infektion nisten sich die Leishmanien in Körperzellen ein und können nach und nach Lymphknoten, Milz, Knochenmark, Leber und weitere Organe angreifen.

Symptome: Woran du Leishmaniose erkennst

Die Krankheit beginnt oft mit unspezifischen Zeichen, die schubweise auftreten:

  • Abgeschlagenheit und Fieberschübe
  • Gewichtsverlust und gelegentlich Durchfall
  • geschwollene Lymphknoten

Im Verlauf kommen deutlichere Symptome dazu, zum Beispiel Haarausfall, schuppige Hautveränderungen am Nasenrücken, an den Ohrspitzen und rund um die Augen, ein schmerzempfindlicher Bauch sowie übermäßig starker Krallenwuchs. Die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Symptomen kann zwei Monate bis mehrere Jahre dauern. Beim geringsten Verdacht gehört dein Hund tierärztlich untersucht, denn unbehandelt kann die Erkrankung schwer und sogar tödlich verlaufen.

So schützt du deinen Hund

Der wichtigste Schutz ist, Stiche zu vermeiden. Fachgesellschaften wie ESCCAP empfehlen:

  • Repellents gegen Sandmücken, die du in der Tierarztpraxis bekommst. Die Schutzwirkung setzt nach einigen Tagen ein und hält je nach Präparat mehrere Wochen bis Monate. Lass dich rechtzeitig vor der Reise beraten.
  • Schutz in der Dämmerung und nachts. Sandmücken sind nachtaktiv. Halte deinen Hund von der Dämmerung bis zum Sonnenaufgang möglichst im Haus.
  • Moskitonetze an Fenstern, Türen oder über dem Schlafplatz des Hundes.
  • Windige Orte nutzen. Sandmücken sind windempfindlich. Spaziergänge am Strand sind sicherer als geschützte Häusergassen oder Wald- und Sumpfgebiete.

Zusätzlich gibt es eine Impfung gegen Leishmaniose, die ab einem Alter von sechs Monaten möglich ist. Sie senkt das Risiko für eine aktive Infektion, schützt aber nicht zu hundert Prozent. Besprich mit deiner Tierärztin, ob sie für dein Reiseziel sinnvoll ist.

Du bist unsicher, ob das Futter zu deinem Hund passt?

Mach den kostenlosen Futter-Check. Fünf Fragen zu deinem Tier, danach bekommst du passende Tipps per Mail.

Ein starker Hund ist besser gewappnet

Eine Impfung oder ein Repellent ersetzt keine gute Grundkonstitution, aber ein gesundes, gut ernährtes Tier mit stabilem Immunsystem ist generell widerstandsfähiger. Eine artgerechte, fleischreiche Ernährung ist dafür ein Baustein. Worauf es dabei ankommt, liest du im Ratgeber Gutes Hundefutter erkennen. Alles rund um die Reise selbst findest du im Ratgeber Urlaub mit Hund.

Häufige Fragen

Ist Leishmaniose auf den Menschen übertragbar?

Eine direkte Übertragung von Hund zu Mensch im Alltag ist sehr unwahrscheinlich. Überträger ist die Sandmücke. Bei Fragen hilft deine Tierärztin oder Hausärztin weiter.

Kann ich mit einem an Leishmaniose erkrankten Hund leben?

Ja. Viele Hunde leben mit guter tierärztlicher Behandlung lange und stabil. Wichtig sind frühe Diagnose und konsequente Betreuung.

Reicht ein normales Zeckenmittel als Schutz?

Nicht unbedingt. Es muss ausdrücklich gegen Sandmücken wirken. Lass dich in der Tierarztpraxis zum passenden Präparat beraten.

Fazit

Leishmaniose ist eine ernste, aber gut vermeidbare Gefahr bei Reisen in den Süden. Schütze deinen Hund vor Sandmückenstichen mit geeigneten Repellents, halte ihn nachts im Haus und nutze Moskitonetze. Sprich vor der Reise mit deiner Tierärztin über Schutz und mögliche Impfung. So bleibt der gemeinsame Urlaub unbeschwert.

Du bist unsicher, ob das Futter zu deinem Hund passt?

Mach den kostenlosen Futter-Check. Fünf Fragen zu deinem Tier, danach bekommst du passende Tipps per Mail.


Quellen: ESCCAP Deutschland, Leishmaniose beim Hund sowie Sand- und Stechmücken (esccap.de); ESCCAP Deutschland, Urlaub mit Hund in Italien; Tipp Leishmaniose, Provital GmbH.