Ein Spaziergang durch Wald und Wiese, und schon krabbelt sie im Fell: die Zecke. Sie ist nicht nur lästig, sondern kann Krankheiten wie Borreliose übertragen. Die gute Nachricht ist, dass schnelles und richtiges Handeln das Risiko stark senkt. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du eine Zecke sicher entfernst, welche Fehler du vermeidest und wie du vorbeugst.
Warum Schnelligkeit zählt
Zecken übertragen Krankheitserreger nicht sofort. Borrelien zum Beispiel gehen erst nach ungefähr 16 bis 24 Stunden Saugzeit auf den Hund über. Wer den Hund nach jedem Ausflug absucht und Zecken zügig entfernt, verringert das Ansteckungsrisiko deshalb erheblich. Suche das Fell besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln und zwischen den Zehen ab, dort sitzen Zecken gern.
Zecke entfernen: Schritt für Schritt
- Werkzeug bereitlegen. Eine Zeckenzange oder eine geeignete Pinzette eignet sich am besten.
- Nah an der Haut ansetzen. Greife die Zecke möglichst dicht über der Hautoberfläche, ohne den Körper zu quetschen.
- Ruhig herausziehen. Ziehe mit einer gleichmäßigen, leichten Drehbewegung gerade heraus. Bleib ruhig, hektisches Reißen erhöht das Risiko, dass der Kopf abreißt.
- Stelle desinfizieren. Tupfe die Bissstelle danach mit einem Desinfektionsmittel wie Jod oder Alkohol ab.
- Beobachten. Kontrolliere die Stelle in den folgenden Tagen.
Diese Fehler solltest du vermeiden
- Mit den Fingern ziehen. Dabei bleibt der Kopf oft in der Haut stecken, und erregerhaltige Flüssigkeit kann in die Wunde gedrückt werden.
- Die Zecke quetschen. Druck auf den Körper presst Erreger heraus.
- Öl, Klebstoff oder Alkohol zum Abtöten. Das stresst die Zecke, sie sondert dann vermehrt Speichel und damit mehr Erreger ab.
Wenn ein Teil der Zecke stecken bleibt oder du dir unsicher bist, geh zum Tierarzt.
Warnzeichen: Wann zum Tierarzt
Zeigt sich rund um die Bissstelle eine ringförmige Rötung, ist das ein möglicher Hinweis auf eine Borrelien-Infektion. Such dann zügig den Tierarzt auf. Auch allgemeine Krankheitszeichen nach einem Zeckenstich solltest du ernst nehmen. Anzeichen einer Borreliose sind Fieber, Appetitlosigkeit, geschwollene Gelenke und Lymphknoten sowie eine wiederkehrende Lahmheit. Borreliose lässt sich mit Antibiotika behandeln, manchmal ist eine wiederholte Behandlung nötig.
So beugst du vor
- Zeckenschutz nutzen. In der Tierarztpraxis bekommst du wirksame Mittel gegen Zecken. Lass dich zum passenden Präparat für deinen Hund beraten.
- Täglich absuchen. Gerade in der warmen Jahreszeit lohnt der tägliche Griff durchs Fell.
- An Reisen denken. In südlichen Ländern kommen weitere von Mücken übertragene Krankheiten dazu. Mehr dazu im Ratgeber Leishmaniose beim Hund und in der Reise-Checkliste im Ratgeber Urlaub mit Hund.
Häufige Fragen
Muss ich wegen jeder Zecke zum Tierarzt?
Nein. Eine einzelne, korrekt entfernte Zecke ist meist unproblematisch. Beobachte die Stelle und geh bei Rötung oder Krankheitszeichen zum Tierarzt.
Wie schnell sollte ich eine Zecke entfernen?
So schnell wie möglich. Da Borrelien erst nach etwa 16 bis 24 Stunden übergehen, ist eine zeitnahe Entfernung der beste Schutz.
Helfen Hausmittel gegen Zecken?
Verlasse dich nicht allein darauf. Bewährter Zeckenschutz aus der Tierarztpraxis ist deutlich zuverlässiger.
Fazit
Zecken gehören zum Hundeleben, gefährlich werden sie vor allem, wenn sie lange saugen. Suche deinen Hund regelmäßig ab, entferne Zecken früh und richtig mit Zange oder Pinzette und verzichte auf Öl oder das Quetschen. Bei ringförmiger Rötung oder Krankheitszeichen ab zum Tierarzt. Mit gutem Zeckenschutz beugst du zuverlässig vor.
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Quellen: ESCCAP Deutschland, Was tun bei einem Zeckenstich beim Hund sowie Borreliose beim Hund (esccap.de); Tipp Zeckenentfernung, Provital GmbH.